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24 | 09 | 2017

Schul- und Unternehmenspartnerschaften des Gymnasiums Stadtroda



Schulpartnerschaft mit der Drammen videregående skole (KR Norwegen)Norwegen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: SL   
Donnerstag, den 20. November 2014 um 13:42 Uhr

Schulpartnerschaften des Staatlichen Gymnasiums „Johann Heinrich Pestalozzi“ Stadtroda

Seit dem Bestehen des Gymnasiums haben wir einige Anstrengungen unternommen, mit Schulen international in Kontakt zu kommen mit dem Ziel, international Schulen zu finden, die wie wir das Interesse an gegenseitigem Kontakt und einer offenen Zusammenarbeit haben. Unsere Vorstellungen waren und sind es, zwanglos mit anderen Schulen weltweit in Kontakt zu treten. Die Schüler innerhalb dieses Systems sollen die Möglichkeit haben, bei Interesse die jeweils andere Schule in einem vorher abgesprochenen Zeitraum zu besuchen. Das Ganze nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit: Also wer die Möglichkeit nutzt, der muss auch bereit sein, einen Schüler der jeweils anderen Seite für einen bestimmten Zeitraum zu beherbergen. Dabei dürfen  keine finanziellen Hintergründe oder Interessen eine Rolle spielen. Bei Austauschmöglichkeit soll sich der finanzielle Rahmen für die interessierten Schüler hauptsächlich auf die Fahrt-/Reisekosten und das Taschengeld beschränken. Gastschüler sind (international) während der Schulzeit über die Gastschule versichert. Besonderheiten sind zwischen den Schulen im Vorfeld zu klären. Das vollkommene Weisungsrecht muss während dieser Zeit auf die jeweiligen Gasteltern übertragen werden. Kurzum, eine Möglichkeit für Interessierte, während ihrer Schulzeit auch multikulturelle (Lebens-) Erfahrungen zu sammeln.

Wir hatten Kontakte zu Schulen in Frankreich, Großbritannien und den USA. Leider hielten diese Kontakte nicht lange oder scheiterten schon in der Vorbereitung.

1996 suchte die Strømsø videregående skole aus der Stadt Drammen in Norwegen Kontakte zu einer Thüringer Schule. Daraus ergab sich eine sehr erfolgreiche Schulpartnerschaft.

Die Schulpartnerschaft zwischen dem Staatlichen Gymnasium „J. H. Pestalozzi“Stadtroda und der Drammen videregående skole (KR Norwegen)

1996 suchte eine Schule aus Norwegen im Gebiet Thüringen eine Schule, die sie dabei unterstützt, dass einige Schüler ihrer Schule innerhalb eines Deutschlandprojektes Land und Leute in Deutschland besser kennenlernen. Wir signalisierten sofort unsere Bereitschaft und eine Woche später stand der Bus mit 2 Lehrern und 11 Schülern in Stadtroda auf dem Parkplatz. Die Norweger wurden in Gastgeberfamilien aufgenommen und es begann eine sehr spannende Woche.

Wir hatten unseren Gästen so viel wie möglich von Thüringen gezeigt. Geschichte, Kultur ,Natur,Politik, Musik.... Am Ende der Woche wurde ein Gegenbesuch in Drammen, Anfang Mai 1997, vereinbart.

Drammen ist eine Stadt 40km westlich von Oslo, von der Größe her etwa mit Jena zu vergleichen. Drammen ist die Fylkesby (Landeshauptstadt) von Buskerud.

Im Vorfeld unseres Gegenbesuchs fand ein reger Informationsaustausch statt und die Idee entstand, eine Schulpartnerschaft zu gründen. Während unseres ersten Gegenbesuchs, der auch in Drammen sehr beeindruckend war, wurde eine weitere gegenseitige Zusammenarbeit beschlossen und die Grundstrukturen für einen Partnerschaftsvertrag ausgearbeitet, der bis heute kaum verändert werden musste. In den folgenden Jahren fand ein regelmäßiger Austausch zwischen unseren Gymnasien statt. Der Austausch erfolgte in Schülergruppen (jeweils eine Woche) und  über Einzelschüler (jeweils über 4-5 Wochen). Dabei wurde vereinbart die  Besonderheiten der Schulen kennenzulernen. Einige Unterrichtsprojekte wurden gemeinsam durchgeführt, die modernen Medien konnten schon genutzt und direkt eingesetzt werden. Sozialkunde beschäftigte sich mit den nationalen Besonderheiten der Norweger und der Deutschen. Biologie, Physik und Chemie führten ein einmalig erfolgreiches Projekt durch- Wasser. Die Schüler waren begeistert.

Sehr erfolgreiche Einzelschüleraustausche fanden statt- problemlos- trotz der Sprachbarriere.

19 Schülerinnen und Schüler beider Seiten nutzten seit 1988 diese Möglichkeit. Man verständigt sich Englisch-auf beiden Seiten. Die gelernten Sprachkenntnisse müssen angewendet werden, das gibt Selbstsicherheit- auch auf beiden Seiten. Die Schüler, die sich dieser Herausforderung gestellt haben, haben dabei in ihrer Persönlichkeitsentwicklung einen großen Sprung gemacht. Von 2006-2009 fand kein Schüleraustausch statt.

Die Partnerschule wurde in der Folgezeit mit dem anderen Drammener Gymnasium zusammengelegt, fusioniert, wie man ganz einfach und schlicht in Norwegen sagt. Damit verbunden waren viele Unwägbarkeiten. Das erste neue Problem dabei war, das diese Schule auch eine Partnerschule hatte, das Neideck-Gymnasium Arnstadt. Was sollte passieren? Unsicherheit  bei allen drei Schulen.  Unser Ur-Partnerschaftsvertrag war aber schon so abgefasst, das Andere, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind, dazu kommen können. Der Vertrag wurde der veränderten Situation angepasst und von allen, jetzt drei Schulen, erneut unterzeichnet und soll für eine weitere längere Zeit gültig sein. Geändert hat sich der Namen der norwegischen Schule: Strømsø videregående skole, unsere ursprüngliche Partnerschule fusionierte mit dem Drammen Gymnasium zu Drammen videregående skole. Die Zusammenlegung beider Gymnasien fand 2008 statt. Durch Neu-und Umbauarbeiten entstand eine Schule der Superlative, mit Sicherheit eine der modernsten Schulen überhaupt. In der Anlage selbst ist sie an Großzügigkeit, Einrichtung und Moderne kaum zu überbieten. Die Ausbildungsrichtungen an dieser Schule sind sehr vielfältig: Sport (Leistungssport!), Kunst, Wirtschaft, Umwelt, Reiseverkehr, Forschung)

Unter der Webadresse www.drammen.dvs.no und dem Link: „Se bilder fra skolen“ kann man sich selbst ein Bild davon machen, auch wenn man kein Norwegisch versteht.

Inhalte des Partnerschaftsvertrages (Auszüge)

Der Vertrag gliedert sich im Wesentlichen in drei Bereiche:

1. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit über SchulbesucheUnterrichtsprojekte, auch die Nutzung Europäischer Bildungsprojekte. Dabei sollen die Erprobung und Auslotung moderner Kommunikationstechnik und Medien verstärkt zum Tragen kommen.

Gemeinsame Aktivitäten auf sportlichen, sozialen und kulturellen Gebiet werden bewusst angestrebt.

2. Alle Besuche und Austausche finden nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit statt. (Wer bereit ist aufzunehmen, kann auch die andere     Möglichkeit nutzen.)

3. Schüleraustauschvertrag (der effektivste, aber auch komplizierteste Teil)

Schüler der jeweiligen Schulen (der Klassen 10, 11,12) können sich für einen Gastschulaufenthalt für einen Zeitraum von 4-5 Wochen bewerben. Voraussetzung dafür ist neben stabilen Leistungen auch die Bereitschaft, einen Schüler oder Schülerin der anderen Schule aufzunehmen. Auch die andere Seite muss im gleichen Zeitraum bereit sein.

Finanzielle Forderungen dürfen nicht gestellt werden. Die Fürsorge -und Aufsichtspflicht muss im Zeitraum an die andere Familie übergeben werden, das diese (auch in einem Notfall!) Entscheidungen treffen kann. (Das wird im Vorfeld schriftlich geklärt und bei den Schulen und Eltern/Gasteltern hinterlegt) Im Austauschzeitraum besteht volle Schulpflicht!

Weitere Einzelheiten sind bei den Kontaktlehrern der jeweiligen Schulen zu erfragen.

 

Matthias Rose

Projektleiter

 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 26. November 2014 um 18:37 Uhr
 
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